Textauszüge - Grenadierbataillon von Spiegel e.V.

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Textauszüge

Ausschnitte aus der Regiments Geschichte des Königl. Sächs.
6. Inf. Reg. Nr. 105 aus dem Jahr 1887


von Johannes Anton Larrass Oberst und Kommandeur des Königl. Sächs. 6. Inf. Regts. Nr. 105

Schlacht bei Jena 1806
(Seite 125)

… Auch diese Truppen (die rechts von Vierzehnheiligen) wurden von dem mörderischen Feuer auseinander gerissen. Da sie eine gebahnte Straße hinter sich hatten, so flohen sie mechanisch auf derselben fort und diese Bewegung teilte sich den ihnen zunächst befindlichen Truppen mit. Die Armee wurde auf diese Weise auf dem Rückzug in zwei Teile geteilt, die nicht wieder zusammen kamen. Die nach Weimar ziehenden Truppen des rechten Flügels und der Mitte waren in völliger Flucht. Nur ein Punkt war unerschütterlich geblieben - es war das sächsische Grenadier Bataillon aus dem Winkel, bei welchen sich der Fürst Hohenlohe  befand und es eine Zeit lang selbst anführte. In diesen schrecklichen Augenblick, wo überall Flucht und Verwirrung sichtbar war, gewährte das Bataillon einen erhebenden Anblick. Mitten unter Fliehenden, die ihre Waffen wie Verzweifelt weggeworfen, mitten unter der wilden Unordnung so viele Tausende, die keinem Führer mehr gehorchten, vom Feind unablässig angegriffen  und erschüttert, ging es in voller Ordnung, in gemäßigtem Schritte und mit klingenden Spiel zurück. Es hatte ein offenes Karree  gebildet und bot dem Feind, so wie er nahe kam, immer aufs Neue die Spitze. Nicht die Kavallerie, die mehrmals einhauen wollte, nicht die unausgesetzt hinein feuernden Tirailleurs konnten seine Festigkeit erschüttern. So wie es Luft hatte, ließ es Trupp schlagen und zog mit seiner Musik wie auf dem Übungsplatz ab. Sobald der Feind wieder nahe kam, wurde gewirbelt und es stand zu seinem Empfang bereit. …

Das Grenadierbataillon aus dem Winkel bei Jena zum 200. Jahrestag 2006 .

(Seite 127/128)

… Auf dem Rückzug. In der Nacht vom 21. zum 22. Oktober 1806 traf bei General von Zeschwitz in Barby durch den aus Dresden anlangenden Rittmeister von Thielmann die Nachricht über den Abschluss einer Neutralitäts Konvention zwischen Sachsen und Frankreich zugleich mit dem Befehle des Kurfürsten ein, die sächsischen Truppen nach ihren Friedensgarnisonen marschieren zu lassen.

Man traf hierbei mehrfach auf französische Kavallerie Kolonnen und hatte fortgesetzten Aufenthalt . Es konnte nicht fehlen, das während solcher Halte wiederholt Verkehr zwischen den sich seither feindlich gegenüber gestandenen Abteilungen eintrat. So geschah es, das der Zufall ein Chasseur Regiment (Leicht Kavallerie) des Neyschen Korps in die Nähe des Grenadier Bataillon aus dem Winkel führte. Der Kommandant jenes Regiments erkundigte sich, ob dies das selbe Bataillon sei, das seine Chasseurs bei Jena so oft vergebens auf dem Rückzuge attackiert hätten; man bejahte es. Als nun der Marsch wieder angetreten wurde  und das Grenadier Bataillon aus dem Winkel das Chasseur Regiment passieren wollte, lies der Kommandant desselben das Regiment über den Straßengraben setzen, aufmarschieren, Parademarsch blasen und salutieren, indes das Grenadier Bataillon  in gewohnter fester Haltung vorüber marschierte.
Es war dies nach der mündlichen Mitteilung eines Veteranen dieses ausgezeichneten Bataillons ein Lichtblick nach langer, trüber Zeit es blieb dies anerkennende Zeugnis auch des Feindes ein erhebendes Gefühl und von solcher Wirkung, das es unauslöschlichen Eindruck auf jedes Soldatenherz macht.

Medaille auf den 200. Jahrestag der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt. Die Medaille ist vom Medailleur Peter Götz Güttler gefertigt wurden. Es ist eine Bronze Gussmedaille mit 10 cm Durchmesser.


Aus Christian Friedrich Frenzel (1780 - 1864)
Erinnerungen eines sächsischen Infanteristen an die napoleonischen Kriege


von Sebastian Schaar

Ausschnitt aus der Schlacht bei Podobna (Poddubno). (Seite 112)
… "Die Feuerschlünde donnerten heftig gegeneinander, ohne das ein Teil den anderen zum Schweigen brachte. Auch wurde die Brigade oftmals von einer großen Masse feindlicher Kavallerie angegriffen, wo sie sich im Viereck mit dem Bajonett wären mussten und die Kartätschen  ihre Hilfe mit war. Einmal ist es der feindlichen Kavallerie doch ziemlich gelungen, wenn nicht noch das Grenadier Bataillon von Spiegel zur Hilfe gekommen währe. Auch schlugen die feindlichen Granaten in ihre Reihen und manchen Mann darnieder. Sie zersprangen auch häufig in der Luft, das die Stücken herumflogen und großen Schaden anrichteten."…

Ausschnitt aus dem Gefecht von Woltowyst (Seite 128)
…"Das Hurra-Geschrei der Russen, der gelle Appell der Trompeten und Signalhörner, mit unter mischten Gewehrfeuer, der Kommandorufe der Anführer und das Getöse der flüchtenden Pferde und Wagen  erregten einen heillosen Lärm. Bald erleuchteten auch die Flammen eines brennenden Hauses den blutigen Schauplatz. Und aus der Stellung des Korps eilten die Grenadiere Bataillone Spiegel und Anger, nebst dem 2. Bataillon Prinz Friedrich von der Anhöhe herab, welche nun die Russen mit einer wirksamen Feuer von der Fortsetzung des Angriffs auf die Stellung selbst bis zum Anbruch des Tages abhielten." …

Ausschnitt aus dem Überfall bei Kalisch (Seite 142/143)
…"Auch der Kommandant des Regiments, Oberst von Hahn hatte drei Wunden bekommen. Es eilten zwar mehrere Kompanien Infanterie (die kaum 200 Mann stark waren) dem Regiment zu Hilfe, wurden aber sofort selber angegriffen und mussten sich gegen die anstürmenden Reitermassen  verteidigen. Das Dorf Kokamin umströmte der Feind augenblicklich. Die gegen Russow zu aufgestellten zwei Kompanien vom Regiment Prinz Anton, in gleichen die auf dem Kirchhof postierte Grenadierkompanie von Liebenau, nebst den beiden Kanonen, erlagen der Menge und mussten sich ergeben. Ein gleiches Schicksal hatte der übrige Teil des Regiments Prinz Anton in Borkow. Die Brigade von Sahr die aus den Grenadierbataillon
von Spiegel, Anger und von Eychelberg, dem zweiten Leichten Infanterieregiment und der Batterie  Bonniot bestand, sammelte sich unter dem Andrang feindlicher Reiterscharen hinter der Kalischen Vorstadt, Tiniec liegenden Höhe, zog sich sodann nach dieser Vorstadt und stellte sich vor derselben bei den Windmühlen auf.
Die feindliche Reiterrei wagte es nicht, diese feste Linie anzugreifen. Gegen Abend, als die feindliche Infanterie eintraf, entstand ein heftiges Kleingewehrfeuer, welches bis gegen 9 Uhr anhielt."...

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